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Die Medrese von Kutlug Murad Inak

Der Palasthistoriker Hudajberdi Ibn Koschmuhammed Chiwaki schreibt in seinem Werk „Dili Garojib“ („Herzen der Wunderten“):- „Chiwa wurde vielmal zerstört und wiederaufgebaut. Die Stadt wurde vom Vater des Alla Kuli Chans, Abulgazi Muhammed Rahim Chan und von seinem kleinen Bruder Kutlug Murad Inak gut eingerichtet. Mit ihrem Eifer wurde eine große Medrese von Kutlug Murad Inak in 1812 und das Mausoleum mit der großen Kuppel (das Mausoleum von Pahlawon Mahmud, 1810-1825) gebaut“.

Die Überschriften auf den Schnitzturen erzählten uns, dass diese Medrese in den Jahren 1804-1812 vom Onkel des Chans von Chiwa Alla Kuli Chan ,vom Herrscher des Gebiets (Muzofot) Kungrad und Feldherren Kutlug Murad Inak gebaut. Medrese besteht aus 2 Stocken, 81 Zellen für Studenten, aus dem bequemen Raum-Darshana und der Moschee. Im Hof der Medrese gibt es eine unterirdische Anlage in der Form des Wasserbehälters (Sardoba). Die Ortsbewohner nannten ihn „Teji Zamin“ (der unterirdische Wasserbehälter). Der Hauptteil der Bevölkerung der Stadt (Itschan-Kala) nahm Trinkwasser aus diesem Wasserbehälter. Als Wakuf wurde für die Medrese 24634 Tanape der Erde verteilt. Die Meister von Chiwa bauten damals zum ersten Mal die zweistöckige Medrese. Als Muster nahmen sie ein kompliziertes nach seiner Struktur Gebäude der Medrese vom Abdulazizchan in Buchara.

Um Geldmittel zu sparen, vereinfachten Baumeister den Bau der Medrese. Sie bauten Sommerajwane im Bestandteil der Medrese und zwei große Raume auf den Flügeln des Portals nicht. Statt dieser Bauten wurden die gewöhnlichen Zellen errichtet. Die Meister von Chiwa führten eine Neuerung in die alte Planung. Sie schmückten Portale des Hofs mit den Mustern. Im östlichen Portal der Medrese wurde eine Sommermoschee gebaut. Über dieser Moschee wurde ein hölzerner Balahana untergebracht .Die Elemente der Neuerung kann man in der Komposition bemerken. Der nördliche und südliche Balahana (im Dialekt-„Talak“- der leichte Überbau über dem Erdgeschoss) sind breiter im Vergleich zum östlichen und westlichen. Dieses Gebäude unterscheidet sich von den Medresen, die in Chiwa in den vergangegenen Jahrhunderten gebaut wurden, und sich den Festen ähnelten. Die Fassade dieser Medrese hat ein prachtvolles Aussehen. Das erreichte man dank der Einrichtung auf dem Portal der funfflachigen Bogen und Nischen von Buchara und dank der Vermehrung der Schmucke. Die Oberflachen um die Bogen sind mit der verschiedenen Majolika besetzt. Eckturme der Medrese sind auch durch dieselbe Majolika dekoriert. Die Schnitzmuster im Gantsch verleihen dem Portal das schone Aussehen. Obwohl alle diesen Elemente der Architektur ein gesamtes Aussehen des Gebäudes veränderten, verleihen dem Gebäude Schießschartentüren und hohe mächtige Eckturme der Hauptfassade das Äußere der Feste. Die Neuerungen in der Planung sind im innerlichen Dekor kaum zu bemerken. Sogar die Moschee und das Darshana sind einfach dekoriert. Nur auf der Kuppel vom Mionsaraj und der Kuppel der Sommmermoschee kann man die einzelnen Muster der einfachen Schmucke bemerken. Das Schnitztor der Medrese und Türen der Moschee und vom Darshana sind zu beachten. Jede Tür gehört zum bemerkenswerten Muster der zierlichen Kunst der Holzschnitzerei. Die übrigen Räume der Medrese bestehen aus den ähnlichen Zellen in der Form des Vierecks, die mit dem Gewölbe „Balhi“ bedeckt sind. Die Zellen wurden durch die Fenster-Gitter (Panjara) beleuchtet, die über den Eingangstüren aufgestellt sind. In den Zellen gibt es Nischen und eine Supa (Erhöhung für Erholung und Sitzen). In einigen Zellen sind hölzerne Fächer aufgestellt. Sie besitzen eine Hälfte der Zelle und dienten für die Aufbewahrung der Lebensmittel und der nötigen Gebrauchsgegenstanden. Die Medrese von Kutlug Murad Inak ist eine einzige Medrese in Chiwa, wo man eine Reliefterrakotte, die für die Architektur von Buchara typisch ist, verwendete. Mit der Reliefterrakotte sind die Ecktürme der Medrese dekoriert.

Nach den Sagen vermachte Kutlug Murad Inak, damit man ihn unter dem Eingangsteil seiner Medrese beerdigte. Nach der geschriebenen Sitte der Einwohner von Chiwa war verboten, den Leib der Gestorbenen in der Feste (Itschan Kala) zu beerdigen. Die Vertreter der Geistlichkeit und Greise berieten sich und handelten so. Die Festenwand, die der Medrese gegenuber war, wurde zerstört. Als Ergebnis wurde die Medrese zum Territorium von Dischan-Kala (die äußerliche Stadt) eingeschlossen. Durch den Bruch in der Wand wurde der Leib des Chans hineingetragen. Er wurde im Eingangsteil der Medrese, unter dem Fussboden des zentralen Vestibüls beerdigt. Danach wurde der zerstörte Teil der Wand wiederaufgebaut. Nach einiger Zeit wurde dieser Teil der Wand noch zerlegt. Auf diesem Territorium wurde vom Alla Kuli Chan der großartige Bau der Medrese, der Handelspassage (Tim) und der Karawanserei verwirklicht. Nach einigen Vermutungen wurde der Leib von Kutlug Murad Inak im Grabmal aufgestellt, das sich von der linken Seite des Platzes vor der Medrese befindet, weil es im Volk solcher Aphorismus gibt:-„Der Sultan lasst nicht seinen eigenen Knochen erniedrigen.“

Diese Medrese war in ihrer Zeit eine große Stelle der Kenntnisse. Über die Tätigkeit der Medrese gibt es nächste Angaben:-„Im Jahr 1275 (Hidjra) am 4 Tag des Monats Safar (am 13 September 1858) wurde auf Kosten vom Wakuf der Medrese von Kutlug Murad Inak 1880 Batman des Getreides angenommen und so verteilt:- den Armen als „Uschr“ oder Kawsan (Spenden für die Armen ) -50 Batman ( 1 Batman von Chiwa-20 kg.); den Mutewelli- zu 180 Batman; dem Aufwärter (Farrasch) – 50 Batman; dem Friseur-30 Batman; für 2 Ahune- 324 Batman; dem Muezzin und dem Imam der Moschee-zu 130 Batman; die übrigen 1160 Batman sind unter den Studenten verteilt. Den Studenten der höchsten Stufe (29 Studenten) – zu 21 Batman (ins. 616 Bat.); den Studenten der mittleren Stufe (18 Studenten) – zu 10,5 Batman (ins.191 Bat.); den Studenten der niedrigen Stufe (48 Studenten)-zu 5 Batman (ins.255 Bat.)“ Aus diesem Dokument ausgehend, studierten in der Medrese 95 Studenten, 2 Ahune (Ahund) unterrichteten sie.

Außerdem arbeiteten hier ein Mutewelli (der Leiter der Medrese), ein Imam, ein Azantschi (Muezzin), ein Farrasch (Aufwärter) und ein Friseur. Vor der Medrese befand sich ein großer Platz und herum lagen Handelsreihen, der kleine Markt. Die Studenten, die die Medrese absolvierten, legten Prüfungen ab. Von Chan wurde dafür eine spezielle Kommission (Hajat) gebildet. Diese Kommission bestand aus dem Chan, dem Nachfolger des Throns, dem Kazi Kalan, dem Kazi Urda (der Stadtrichter) und den einigen Gelehrten (Ulem). Die Studenten, die erfolgreich Prüfungen ablegten, bekamen solche Grade wie Muftij, Alam, Ahund, Mukarrir (der Lehrer, der praktische Unterrichte mit den Studenten durchführte, und gleichzeitig als Bibliothekar – Kitabdara arbeitete). Aus der Reihe der Absolventen der Medrese ergaben sich Dichter, Historiker, Kalligraphen, Gelehrte und ausgebildete Menschen. In der Medrese von Kutlug Murad Inak studierten der bekannte usbekische Dichter Awaz Utar und karakalpakischer Dichter Berdah.

Zum 18-en Jahrestag der Unabhängigkeit Usbekistans wurde die Medrese restauriert. Hier wurde eine stationäre Ausstellung der bekannten Meister der bildenden Kunst von Choresm geöffnet. In der Exposition sind 52 Bilder der Maler von Choresm ausgestellt. In diesen Bildern werden das Leben, die Lebensweise, die Kultur und Sitten und Brauche von Choresm dargestellt. Unter den Bildern gibt es die Werke der bekannten Maler wie Tura Kurjazow, Kitschko, Hudajberganow, A.Allaberganow. Die Fläche der Exposition ist 140 m2.

Im inneren Hof der Medrese sind die Werkstatten der Handelswerker tätig.

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